Rosa Luxemburg: Die Liebesbriefe

Jörn Schütrumpf (Hg.)

300 Seiten, Gebunden

Dietz Verlag Berlin GmbH · 2011

24,90 

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Beschreibung

Rosa Luxemburg (1871-1919) ist in Deutschland eine der unbekanntesten Bekannten. Es gibt fast niemanden, der ihren Namen nicht wenigstens schon einmal geh?rt hat. Doch von dem, was sie gewollt hatte, wei? kaum jemand etwas.

Am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht von Soldaten ermordet. Sie war eine Frau von 1,50 Meter, von Kind an hatte sie einen H?ftschaden, und ihre Gesundheit war w?hrend des Krieges im Gef?ngnis zerst?rt worden. Nach ihrer Verhaftung peinigten sie ihre H?scher in einem Berliner Nobel-Hotel. Nur mit einem Schuh wurde sie von ihren M?rdern aus dem Hotel gebracht; dort versuchten sie, ihr mit einem Gewehrkolben den Kopf einzuschlagen. Anschlie?end wurde sie in ein Auto gesto?en. Da sie immer noch lebte, ermordete man sie mit einem Schu? in den Kopf, ihre Leiche wurde in einen der gro?en Kan?le in der Berliner Innenstadt geworfen. Erst Ende Mai 1919 fand ein Schleusenw?rter den Leichnam. Zur Beerdigung am 13. Juni 1919 kamen Tausende Berliner.

Wegen dieses Todes wird Rosa Luxemburg bis heute verehrt. An jedem zweiten Sonntag im Januar suchen auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde Zehntausende, mit roten Nelken in der Hand, ihr Grab auf. Ihr Privatleben mu?te die unverheiratete Rosa Luxemburg diskret f?hren. Nicht zuletzt das beg?nstigte Klischees. Zwei sind besonders langlebig und besonders widerlich. Das eine lautet, sie sei ein Flintenweib gewesen, etwas verkr?ppelt, ohne Kinder und habe Tag und Nacht nur am Umsturz gearbeitet und an nichts anderes gedacht. Das andere Klischee: Sie sei eine m?nnerverzehrende Meg?re gewesen, die sich die Kerle genommen habe, wie sie kamen.

Mit Klischees r?umt man am sichersten auf, wenn man ?ber die Sache selbst redet. In diesem Falle ist es die Liebe. Aus den in sechs B?nden verstreut vorliegenden Briefen an ihre Partner wird hier eine Auswahl vorgelegt.

Aus den Briefen:

Geliebtes Gold, ich denke st?ndig an Dich und bin in all meinen Gedanken bereits mit Dir zusammen. Aber siehst Du, Affe, abscheulicher, da? ich wie immer recht habe: Ich sagte doch, da? sich Deine Abreise durch Deine Schuld verz?gert?!! Nat?rlich durch Deine Schuld, denn wenn Du dieses dumme Referat schon geschrieben h?ttest, so brauchtest Du nicht bis Ende des Semesters dazusitzen! Jetzt rede nicht viel hin und her, sondern schicke mir Dein Geschmiere, und ich werde es hurtig ?bersetzen und zur?ckschicken!Rosa Luxemburg an Leo Jogiches, 1900

Ich mache Dir nicht den leisesten Vorwurf und will Dein Privatleben ?berhaupt nicht antasten, das Dir allein geh?rt. Ich sehe blo? keinen Platz mehr f?r mich darin und kann das Unaufrichtige und Unklare in Deinem Verh?ltnis zu mir einfach nicht mehr aushalten. Also leb wohl.Rosa Luxemburg an Kostja Zetkin, 1912

S??er Herr, Du und die herrliche Nacht zittern mir noch in allen Gliedern, und meine wichtigste Besch?ftigung hier ist, in den Erinnerungen zu w?hlen mit tr?gen Fingern, wie in einem Korb Blumen.Rosa Luxemburg an Paul Levi, 1914

… und ich bleibe dabei, da? der Charakter einer Frau sich zeigt, nicht, wo die Liebe beginnt, sondern wo sie endet.Rosa Luxemburg an Mathilde Jacob, 1915

Zusätzliche Informationen

Gewicht 550 g
Größe 223 × 156 × 28 cm
Autor*in Jörn Schütrumpf (Hg.)
Erscheinungsjahr 2011
Format Gebunden
Seiten 300 Seiten
ISBN-13 (EAN) 9783320022327
Verlag Dietz Verlag Berlin GmbH
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